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Die kleine Braunelle – traditionelles Heilkraut für die Hausapotheke

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Die kleine Braunelle – traditionelles Heilkraut für die Hausapotheke - Die kleine Braunelle – traditionelles Heilkraut für die Hausapotheke

Die kleine Braunelle (Prunella vulgaris) gehört zu den unscheinbaren, aber traditionsreichen Wildpflanzen Mitteleuropas. Sie wächst auf Wiesen, an Wegrändern und in naturnahen Gärten und wurde über Jahrhunderte hinweg in der Volksmedizin geschätzt. Heute erlebt sie vor allem im Bereich der naturkundlichen Selbstversorgung und der DIY-Hautpflege neue Aufmerksamkeit.

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Pflanze, ihre bekannten Inhaltsstoffe, ihre traditionelle Verwendung und zeigt, wie sich aus der kleinen Braunelle eine pflegende Salbe für die häusliche Anwendung herstellen lässt.

Botanisches Porträt

Die kleine Braunelle gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Charakteristisch sind ihre violett-blauen Blütenstände und die niedrige, kriechende Wuchsform. Geerntet wird in der Regel das blühende Kraut, idealerweise an einem trockenen Tag und fernab von belasteten Standorten.

Inhaltsstoffe der kleinen Braunelle

Die kleine Braunelle ist gut untersucht, insbesondere im wissenschaftlichen Kontext. Zu den bekannten Inhaltsstoffen zählen unter anderem:

  • Gerbstoffe

  • Flavonoide

  • Phenolcarbonsäuren (z. B. Rosmarinsäure)

  • Triterpene

  • Ätherische Ölbestandteile (in geringer Menge)

Diese Stoffe werden in der Fachliteratur im Zusammenhang mit hautpflegenden, adstringierenden und schützenden Eigenschaften beschrieben. (Rechtlicher Hinweis: Aussagen zu therapeutischen Wirkungen im medizinischen Sinn sind daraus jedoch nicht abzuleiten.)

Verwendung in der Volksmedizin

In der europäischen Volksmedizin wurde die kleine Braunelle traditionell:

  • äußerlich bei beanspruchter, unreiner oder irritierter Haut

  • zur Pflege kleiner Hautstellen

  • als Bestandteil von Salben, Umschlägen oder Waschungen

eingesetzt.

DIY-Rezept: Braunellen-Salbe selbst herstellen

Die folgende Anleitung beschreibt eine klassische Ölauszug-Salbe, wie sie traditionell in der Kräuterkunde verwendet wird. Sie dient der kosmetischen Hautpflege.

Zutaten

  • Frische kleine Braunelle (blühendes Kraut)

  • Hochwertiges Olivenöl

  • Bienenwachs

  • Optional: ätherisches Lavendelöl

  • Saubere Schraubgläser oder Salbentiegel

Schritt 1: Ölauszug herstellen

  1. Die frisch geerntete Braunelle grob zerkleinern.

  2. In ein sauberes Glas geben und vollständig mit Olivenöl bedecken.

  3. Glas verschließen und 4–6 Wochen an einem warmen, lichtgeschützten Ort ziehen lassen.

  4. Das Glas täglich vorsichtig schwenken, damit sich die Inhaltsstoffe gleichmäßig lösen können.

Nach der Ziehzeit wird das Öl durch ein feines Sieb oder Tuch abgegossen. Die Pflanzenreste werden entsorgt.

Schritt 2: Salbe herstellen

  1. Das Braunellenöl vorsichtig erwärmen (nicht stark erhitzen).

  2. Pro 100 ml Öl etwa 10 g Bienenwachs hinzufügen.

  3. Unter sanftem Rühren schmelzen lassen, bis sich das Wachs vollständig gelöst hat.

  4. Topf vom Herd nehmen und unter weiterem Rühren leicht abkühlen lassen.

  5. Optional: einige Tropfen ätherisches Lavendelöl zugeben (nur bei guter Verträglichkeit).

Schritt 3: Abfüllen

  • Die noch flüssige Salbe in saubere Tiegel oder Gläser füllen.

  • Offen stehen lassen, bis sie vollständig abgekühlt und fest ist.

  • Erst danach verschließen.

Kühl und dunkel gelagert ist die Salbe mehrere Monate haltbar.

Fazit

Die kleine Braunelle ist ein spannendes Wildkraut mit langer Tradition in der Volksmedizin. Als Bestandteil einer selbst hergestellten Salbe eignet sie sich besonders für Menschen, die Wert auf naturnahe Hautpflege, alte Kräutertraditionen und bewusste Selbstversorgung legen.

Rechtlicher Hinweis: Die beschriebene Salbe ist ein kosmetisches DIY-Produkt zur äußeren Anwendung.
Sie ist kein Arzneimittel und nicht zur Behandlung von Krankheiten bestimmt. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Hautproblemen sollte immer medizinischer Rat eingeholt werden.


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